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Was bisher geschah...




2009. Jahr der Veränderungen. Jahr der Stabilität. Jahr der härtesten Verluste. Eine Chronik des Guten wie Bösen, dass sich mehr und mehr zu Extremen aufgestachelt hat. Über die jahre hinweg war vieles nicht klar und niemand wusste was aus mir einmal werden sollte. 15 Jahre in psychischer Krankheit, davon allein bald [die letzten] 4 Jahre mit Borderline, Paranoia und anderen Dingen. Worte. Beschreibungen. Benennungen. Namen... Es ist so viel mehr. Es haftet an mir. Lässt sich schwer abschütteln... doch ich bleibe unbeirrbar.

Wie die Millionen von Jahren mit Erosion, Urkräften und mächtige Gezeiten die Erde einst formten und es immer noch tun, so formten diese Seele Dinge wie ein Freundeskreis, der an Tod, Drogen, Alkoholismus und Perspektivlosigkeit restlos vernichtet wurde. Auch die Verwandten wurden nicht kahl gelassen... Noch mehr Tod, noch mehr Leid. Verzeih ich dies? Sie wollten nie etwas boshaftes. Es schien vielmehr eine Lüge zu sein, die gelebt wurde. Man kann nicht sagen, wenn ein Mensch dauerhaft Gewalt ausgesetzt war, dass heute einfach alles Friede Freude Eierkuchen ist... aber doch ist es so. Würde man dem Wissen nicht habhaft sein, über die dunklen Tage, wüsste niemand, dass es überhaupt Narben gibt.

Mein Weg führte vom Süden, von der Grenze Bayerns zu Baden Württemberg und zu Österreich hierher. Einst hauste ich zwischen Bodensee und Alpen. Jetzt bin ich am Mainufer. Es war notwendig. Vieles, was war wird auch nie wieder heil werden. Dafür ist die Zerstörung bereits zu groß. Drei Monate lang führte der Weg durch eine Klinik. Die Menschen dort veränderten mich nicht grundlegend. Eine Symbiose entstand, aus der ich aus eigenen Kräften heraus den Weg aus dem ewigen Loch fand. Aus den schon so viele vor mir kriechen konnten... nur ich blieb so lange noch gefangen... Nicht mehr


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Was empfindet man, wenn man so viel durchlebt hat? Wie empfindet man Dinge wie Liebe, Hass, Trauer, Freude, Wut, Sehnsucht oder Zuneigung wie auch Abneigung? Währrend andere mit einem Bus auf die Reise gehen und ihr Leben nur vorbeiziehen sehen, bis sie am Ziel sind, so gehen wir durch Wind und Wetter, kennen jede Pflanze am Straßenrand und die Menschen, die uns doch mal ein Stück weit begleiten. Menschen die wir nicht alle wieder sehen werden. Du stehst manches mal vollkommen fertig vor einer Tankstelle am Weg und hältst Ausschau nach deinen Mitstreitern. Manches mal liegst du unter einem Baum und lässt die Sonne auf dein Gesicht scheinen und es dir gut gehen. Vieles siehst du, was die anderen nie erfahren werden. die Dinge, die sie an einer Raststätte sehen werden, werden ihnen fremd erscheinen... Das Leben ist einsam. Und doch nicht.

Du siehst die Dinge anders. Du fühlst anders. Kannst mitfühlen... und bist nicht kalt. Auch wenn du dich selbst so manches mal nicht wieder erkennst oder gar nicht... manches mal sogar verleugnest und inkognito reist. Doch die Gefühle sind alle gleich. Und du wirst lernen, dass es nur Du bist und niemand anderes außer Du selbst. Kein Teil von dir, sondern wirklich du als ganzes, das du lernst zu kontrollieren. Du bekommst zurück, was du nie hattest. Oder was mit Gewalt, Hass und Niedertracht genommen wurde. Nicht alles wird wieder kommen und wieder sein. Du wirst vieles schmerzlich zurücklassen und trauern. Und auch wirst du Ballast abwerfen den du los werden willst. Du bahnst dir deinen Weg zum Glück. Und rennst doch so oft im Kreis, bis du kapierst, du musst den Berg da hoch. Durch den kalten Fluss ans andere Ufer... oder durch meterhohen Schnee. Du wirst an die Menschen im Bus denken, die einfach vor sich hinleben und versorgt sind. Denkst dir nicht viel dabei. Ertappst dich dann doch beim Schwärmen. Und weisst dabei nicht, dass du dies im Gegensatz zu den Menschen selbst erkämpft und erarbeitet haben wirst. Du siehst mit den schönen Dingen deine Zukunft, die Du haben willst und erreichen kannst. Du kämpfst. Wirst härter. Wirst stärker. Und irgendwann erreichst du den Pegel, an dem du sagen kannst: "Ich werde es schaffen". Scheiß auf die Qualen, das Pech und alles andere... Ich werde am Ziel ankommen. Währrend die anderen schon lange da sind und nicht wissen, was sie tun sollen, so wirst du genau wissen, was du willst. Du weisst, was dir gut tut und was nicht. Du hast in den Stunden der Einsamkeit, vielleicht sogar mit mancher Klinge an der Haut die Tränen gezählt und gesagt, ich will nicht mehr. Und am nächsten Tag trägst du ein Schweißband um die Narben zu kaschieren,... wenn sie nicht an einer unauffälligen Stelle positioniert wurden. Narben auf dem Körper zeigen, dass du gelebt hast und die auf deiner Seele zeigen, dass du geliebt hast. Du hast gelernt zu leben. Und weißt, was es heißt, zu leben.

Egal was passiert... Du gehst weiter deinen Weg... Wir gehen weiter unsere Wege... und werden stets die schönen, skurrilen und eindrucksvollen Dinge dieser wunderschönen, aber auch so oft qualvollen Reise in Erinnerungen behalten. Vielleicht sogar in purer Freude oder auch mit so manchen Tränen im Auge.

Der Weg zum Glück


Machen wir uns nichts vor...

...das Leben ist ein Road-Movie

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